MBO mit 23 in der Naturkosmetik: Monthly mit Munay Zamorano

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Munay Zamorano übernahm mit nur 23 Jahren das Naturkosmetik-Unternehmen, in dem sie als Werkstudentin gestartet war: ein ungewöhnlicher Management-Buy-out, geprägt von Intuition, Ausdauer und hohem persönlichem Risiko. Die Gründerin verkaufte unter Zeitdruck infolge eines Investments aus der TV-Show „Die Höhle der Löwen". Munay überzeugte durch Hartnäckigkeit und klare Kommunikation, obwohl sie zunächst keine Finanzierungslösung vorweisen konnte.

Vom Werkstudenten-Job zur Inhaberin

Während ihres BWL-Studiums stieg Munay im nachhaltigen Naturkosmetik-Großhandel schnell zur inoffiziellen Head of Sales auf. Als die Gründerin nach dem TV-Investment ihre Eigenmarke fokussieren musste, meldete sich Munay spontan als Käuferin, was anfangs nicht ernst genommen wurde. In mehreren persönlichen Gesprächen setzte sie sich gegen Alternativangebote durch: Sie hatte in kurzer Zeit umfassendes Wissen zu Produkt, Prozessen und Kunden aufgebaut und kommunizierte ihre Vision klar.

Finanzierung unter Zeitdruck

Wegen des nahenden Notartermins nach der TV-Ausstrahlung blieb wenig Zeit. Ein Finanzberater erstellte die Planung und begleitete den KfW-Kredit mit zehn Jahren Laufzeit, die ersten zwei tilgungsfrei, ergänzt um eine Bürgschaftsbank und die MBG Berlin-Brandenburg als stille Beteiligung, abgeschlossen unter voller persönlicher Bürgschaft. Der Deal wurde als Asset Deal strukturiert: Munay übernahm Marke, Warenbestände, Produktrechte und Kundenstamm, das Personal blieb bei der Altgesellschaft. Die Due Diligence erfolgte in Eigenregie mit Unterstützung aus dem Netzwerk der Förderinstitute. Ihr Sohn wurde zwei Monate vor der Vertragsunterzeichnung geboren; möglich war das, wie sie betont, nur durch die klare Rollenverteilung mit ihrem Partner.

Wachstum, Krise und Exit

Nach dem Closing übernahm Munay die alleinige operative Verantwortung, baute ein neues Team auf, sicherte Kundenbeziehungen und gewann neue Retail-Partner. Vier Jahre lang wuchs das Unternehmen stabil, blieb aber margenschwach. 2024 kündigte unerwartet der größte Key Account, rund 40 Prozent des Umsatzes brachen weg. Trotz Stabilisierungsversuchen, unter anderem mit dem Launch eines D2C-Shops, entschied sie sich noch im selben Jahr für den Verkauf: ein vorbereiteter Exit als bessere Alternative zur Insolvenz. 2025 nimmt sie sich ein Erholungsjahr und schließt eine Rückkehr in die Nachfolge nicht aus, dann ohne Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum. Munay steht für eine neue Generation von Nachfolgern: direkt, lernbereit, pragmatisch und unerschrocken.

Tipps und Learnings für Nachfolger

  • Ohne fertige Finanzierung hilft Hartnäckigkeit: Vertrauen entsteht über Zeit und Konsequenz.
  • Professionelle Unterstützung lohnt sich auch für Erstgründer: 2.000 Euro für gute Beratung können den Unterschied machen.
  • Bürgschaften verhandeln: 100 Prozent persönliche Haftung ist nicht alternativlos.
  • Verkäuferdarlehen sind gerade bei engen Fristen ein unterschätzter Hebel.
  • Kundenkonzentration über 30 Prozent Umsatzanteil kann existenzbedrohend sein.
  • Gute Verträge zahlen sich spätestens im Ernstfall aus.
  • Unternehmertum mit kleinen Kindern geht, mit klarer Rollenverteilung im Privaten.
  • Persönliches Risiko will überlegt sein: Asset-Schutz ist Teil unternehmerischer Verantwortung.
  • Offenheit und Transparenz gegenüber den Mitarbeitern helfen auch in Krisenzeiten.
  • Manchmal ist ein gut vorbereiteter Exit die bessere Alternative zur Insolvenz.

Wie eine Übernahme Schritt für Schritt gelingt, zeigt der Leitfaden Unternehmen kaufen statt gründen. Dieses Recap stammt aus dem Nachfolge Monthly vom September 2025, dem monatlichen Format der Search Fund Community. Alle kommenden Termine findest Du unter Search Fund Events.

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